Grenzen setzen Teil 2: Wie geht das?

Nicht nur für uns ist es positiv, Grenzen zu setzen, sondern auch für die Menschen unserer Umgebung. Mit klaren Grenzen weiß jeder, woran er bei dir ist. Er macht sich dann nicht ständig Sorgen, dich aus Versehen zu verletzen. Kennst Du Menschen, die klar sagen was sie wollen und den Mund aufmachen, wenn sie etwas stört? (Abgesehen von den Dauernörglern,…) Diese Leute respektieren oder bewundern wir sogar. Sie sind stark und attraktiv. So will man auch sein! Und man kann sich auf sie verlassen. Noch eine Extra-Draufgabe: Wenn es zu einer Unstimmigkeit kommen sollte, dann lassen diese Leute meist mit sich reden. Sie stauen nämlich nicht so viel Zorn in sich auf. Alles braucht ein richtiges Maß, da stimmen uns auch die Münchner auf dem Oktoberfest zu!

Oft sagen wir zu schnell zu und bereuen es hinterher. Dann kommen wir nicht so leicht aus der Sache heraus. Ein Tipp: Bitte um Bedenkzeit. Oft ist es möglich, auch erst in 5 Minuten die Entscheidung bekannt zu geben. Dann hast Du die Freiheit darüber nachzudenken. Es sei denn es ist ein absoluter medizinischer Notfall,… Nimm’ dir Zeit, auch wenn dein Gegenüber ungeduldig quengelt. Bei größeren Entscheidungen und Verträgen hilft es, eine Nacht drüber zu schlafen. Das kennst Du sicher. Damit wurden schon viele Fehlentscheidungen verhindert.

Ärgerst Du dich manchmal über Leute, denen alles zuzufallen scheint, die immer Glück haben und alles bekommen was sie wollen? Auch wenn man es nicht wahrhaben will, aber jeder Mensch hat mit Problemen und Sorgen zu kämpfen. Manche Menschen wirken einfach fröhlich und entspannt. Jeder wäre gerne so, es ist ja was Gutes!

Was ist mit dir? Fällt es dir oft schwer glücklich zu sein, obwohl Du wohlstandsgemäß in guten Verhältnissen lebst? Meine Frage: Weißt Du genau was Du willst und sagst Du das auch? Oft schleppen wir viel Ballast in der Gegend herum. Es fühlt sich dann nicht mehr nur an wie ein schwerer Wanderrucksack, sondern wie ein ganzer Anhänger eines Sattelschleppers. Das ist zu viel! Nimm’ dich selbst mal ernst. Dann wirst Du dich immer besser fühlen und nicht ständig mit dir im Konflikt sein und an dir immer was auszusetzen haben! Was passiert wenn Du immer Müll schluckst? – Ja genau, dann bist Du automatisch zum Müllschlucker. Du bist doch eine tolle Frau, die einen tollen Mann möchte, oder?

Viele Menschen laufen gerne vor Problemen davon, verstecken ihre Gefühle oder unangenehme Erinnerungen oder verdrängen die unangenehme Wahrheit. Das ist ziemlich ungesund für die Seele. Mal eine Runde heftig zu heulen kann sehr befreiend sein! Auch für Männer! Das darf man natürlich im stillen Kämmerlein tun.

Gehörst Du zu den Frauen, die immer sofort sagen, was sie denken und darum kämpfen, was sie wollen?

Hier liegt die Gefahr, dass vor allem Männer sich distanzieren wenn Du nur noch deine Bedürfnisse im Kopf hast. Entweder sie verschwinden oder ziehen sich emotional zurück. Wer möchte schon gerne mit einer herrischen Frau zusammen sein, die ständig was zum Aussetzen hat? In diesem Fall hast Du schon klare Grenzen aufgerichtet, aber manchmal ist es dran, auch mal zurückzustecken. Diese Art von „Stärke“ verletzt und da geht die Sanftheit und liebevolle Emotionalität drauf. Die größte Stärke eines Menschen ist die gesunde Art und Weise, sich selbst zu reflektieren. Wenn man Barmherzigkeit für sich selbst hat und auch für andere, lässt es sich für alle Beteiligten besser leben!

So geht’s:

  1. Formuliere eindeutig was Du möchtest. Du hast das Recht, deine Grenzen zu ziehen, aber vergiss’ nicht den Respekt und das Verständnis für die andere Person! Sei auch bereit Kompromisse zu finden und nicht stur auf dein Recht zu pochen.
  2. Versuche Ruhe zu bewahren und bleibe sachlich, wenn Du dein Gegenüber verärgert ist. Erkläre das Ganze nochmal kurz ohne dich zu rechtfertigen und dann mache eine Pause. Du hast deinen Standpunkt klar ausgedrückt und der andere entscheidet, was er damit macht. Nach dem ersten Statement bleibt natürlich Raum, um einen Kompromiss zu finden, der für euch beide passt.
  3. Stell’ dir die Situation wie in einem Video vor. Vielleicht kennst Du das von deiner Kindheit, als Du dir vorgestellt hast eine tolle Prinzessin oder Superheldin zu sein. Wie beginnst Du das unangenehme Gespräch? Wie reagiert die Person im positiven Sinne darauf? (Oft stellen wir uns nur den Worst Case vor…) Stell dir vor, dein Gegenüber ist zwar irritiert aber akzeptiert deine Entscheidung. Super, oder? Was in deinen Gedanken möglich ist, funktioniert auch im echten Leben. Auch wenn das Ende anders ist, bist Du trotzdem mutig und überzeugt von deiner Entscheidung. Dann kannst Du das Beste aus der Situation herausholen. Darum geht es. Auch wenn die Person dann versucht dich wieder herumzubekommen, dann bist Du gefestigter in deiner Überzeugung und es fällt dir leichter, dich durchzusetzen. Wenn Du dich auf die Situation bewusst einstellst, dann bekommst Du Kraft und Mut, die Sache auch durchzuziehen. Für deine Seele und dein Gehirn ist die Situation dann nichts Neues mehr.
  1. Wenn ein Mensch auf Dauer deine Grenzen überhaupt nicht akzeptieren will, dann überlege dir, ob Du so eine Person in deinem Leben haben willst! Und nur weil jemand zu deiner Familie gehört, darf er noch lange nicht ständig deine Grenzen niedertrampeln! Es gibt genug Männer auf der Welt, so dass Du mit keinem respektlosen Typen deine Zeit vergeuden musst! Das hast Du nicht nötig.

Beziehung: Verschmelzung oder gesunde Grenzen?

In einer Partnerschaft kann man nicht einfach stur seine Grenzen setzen. Es gehören zumindest zwei dazu, so ziemlich auf Augenhöhe. Man verhandelt, redet über seine Bedürfnisse und findet Kompromisse. So werden die Grenzen klar, aber auch durchlässig und sind keine starren, abweisenden Mauern. Ganz klar, wenn dir einer gegen deinen Willen an die Wäsche will, dann sage ganz klar NEIN und schütze dich. Hier hilft ein Selbstverteidigungskurs, damit man im Notfall die richtigen Abwehrmechanismen parat hat und nicht versteinert und hilflos da steht.

Was brauchst Du? Was braucht dein Partner?

Mehr Nähe, mehr Distanz, mehr Freiheit, mehr Sicherheit? Was stört dich beim gemeinsamen Zusammenwohnen,…

Es geht um EURE Bedürfnisse, die Schnittmenge daraus. Ihr lebt euch auseinander, wenn jeder sich nur noch um die eigenen Bedürfnisse sorgt. Das Ganze muss im Geben und Nehmen stattfinden und sich einpendeln. Wenn die Bedürfnisse des Gegenübers auch erfüllt werden, ist das ein Plus für die Beziehung!

Habe ich gerade ausreichend Energie, Zeit und Lust dafür?

Wie oft habe ich dieser Person schon geholfen? Will ich das nochmal?

Wie nahe steht mir die Person? Ist es mein Partner, mein eigenes Kind oder ein ferner Bekannter, der mich fragt?

 Ärger ist vorprogrammiert, das gehört dazu!

Wenn Du beginnst Grenzen zu setzen wird dein Umfeld nicht begeistert sein. Du musst dir bewusst sein, das ein Konflikt entstehen kann. Das ist aber kein Weltuntergang, das gehört nun mal dazu! Wer streitet schon gerne? Hier geht es um dich und dein Leben! Um deine Bedürfnisse. Da lohnt es sich, ins kalte Wasser zu springen und auch einmal die zwischenzeitliche Unterbrechung der Harmonie in Kauf zu nehmen. In dir drin wirst Du auf Dauer niemals Harmonie und Frieden haben, wenn dir ständig etwas gegen den Strich geht! Dann wirst Du nur verbittert und immer mehr zum Schuhabtreter für die anderen. Du bist ein wertvoller Mensch und hast ein Recht auf deine Grenzen! Teilweise sind die Leute geradezu brüskiert und schockiert, wenn man plötzlich Grenzen aufzeigt! Du musst am Anfang Konflikte in Kauf nehmen und durchstehen. Früher war der Grenzübertritt bei dir sozusagen ein Gewohnheitsrecht. Und plötzlich lässt Du es nicht mehr zu! Dumm gelaufen. Es kommt zur Irritation: „Warum sagt sie plötzlich nein?“. Da musst Du durch. Gerade weil Du immer Angst hattest, das dich jemand ablehnt oder dass Du egoistisch wirkst, gerade deshalb hast Du dir nicht mehr erlaubt, dich abzugrenzen und NEIN zu sagen. Das ist nicht gesund!

Es wird immer besser.

Wenn Du einmal das Land eingenommen hast und deine Mini-Grenz-Zäune in gewissen Bereichen höher baust, dann wird es leichter. Du gewöhnst dich dann auch dran! Das tolle ist, Du ziehst dann auch eine neue Art von Menschen an. Und wenn Du neue Leute kennen lernst, gehst Du schon ganz anders an die Bekanntschaft ran bzw. wenn Du einen neuen Mann kennen lernst. Du weißt, was Du willst und das spürt ER. Wenn Du leider immer wieder an Player geraten bist und Du erarbeitest dir genau, was Du möchtest und was nicht, dann wird sich bei deinem Beuteschema auch gehörig etwas ändern. Wenn ER dich dann tagelang auf ein Lebenszeichen warten lässt und es für dich ein absolutes No-Go ist, dann tschüss mit ihm! Entweder er ist interessiert an dir oder eben nicht. So wie man sich bettet, so liegt man. Es ist leichter, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen und zu Beginn schon eine Vorauswahl beim Typ Mann zu treffen. Das erspart viele Tränen und Enttäuschungen.

Grenzen in einer Beziehung setzen ist wichtig.

Das heißt nicht, dem Partner Regeln aufzustellen, sondern gemeinsam die Grenzen zu verhandeln. Oft hindert die Paare die Kommunikation. Männer brauchen klare Ansagen, aber Frauen machen gerne Andeutungen und denken sich, es ist doch logisch, was ich meine. Das andere Extrem ist, das die Frau in harschem Ton sagt wo es langgeht. Das hassen Männer!

Nach außen kann man sich lange Zeit gelassen geben, wenn einem etwas nicht passt. Aber wenn man die Wut lange genug herunterschluckt, platzt irgendwann die Bombe und keiner weiß warum. Der Grund dafür ist die Unsicherheit und das Bedürfnis nach Harmonie. Über lange Zeit führt das aber zu Distanz, statt zu mehr Intimität, wenn man sich heimlich ärgert. Deshalb lohnt es sich, so früh wie möglich anzufangen, klar und verständlich zu sagen, was man sich wünscht.

Man sagt klipp und klar, wo die Grenzen sind, was einen verletzt oder ärgert. Manchmal muss man seinen Partner dann noch an die Grenzen erinnern, aber wenn er respektvoll ist und es verstanden hat, dann wird es kein Problem für ihn sein. Oft entsteht an dieser Stelle Streit, da der andere sich angegriffen fühlt und nicht genau versteht, worum es geht. Es ist manchmal ziemlich unverständlich, weshalb es ein Problem gibt: wann genau eine Grenze überschritten wird (was oft nicht einmal absichtlich ist) weiß das Gegenüber oft nicht. Jeder hat andere Grenzen. Kommunikation ist der Schlüssel! Schwierig wird es, wenn man liebevoll versucht seine Grenzen zu erklären und man nur zu hören bekommt: „Du meckerst immer herum,…“. Das ist ein Schlag ins Gesicht und tut doppelt weh, weil man sich mal getraut hat zu sagen, was man möchte. Am Ende beschuldigt zu werden geht gar nicht. Auf Dauer hält man diesen Zustand ohne Toleranz und Verständnis nicht aus. Es ist essentiell wichtig, dass man im Bereich der Kommunikation auf gemeinsame Nenner mit seinem Partner trifft. Alles andere ist nur nervtötend und anstrengend, bis hin zu unmöglich. Den 3. Teil dieser Serie findest Du hier!

Ich wünsche dir viel Mut, deine Grenzen durchzusetzen. Lass’ dich nicht sofort frustrieren, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Nimm’ dir die Zeit! Es dient dir zum Besten.

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, wie das Grenzen setzen bei dir funktioniert hat. Ich bin sehr gespannt auf deine Tricks und Erfahrungen!

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Über Petra Fürst

Über Petra Fürst

Petra ist die Gründerin von Soulmate Coaching. Gleichzeitig ist sie NLP-Trainerin, Buchautorin, Diplomphysikerin und zweifache Mama.

Seit 2011 begleitet sie tausende von Frauen auf dem Weg in eine glückliche Beziehung mit ihrem Traummann — und zwar auf Live-Auftritten, in Seminaren, Workshops, intensiver 1-zu-1-Zusammenarbeit und natürlich über ihren YouTube-Kanal mit 80.000 Abonnenten und über 18 Millionen Video-Aufrufen.

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